Christian Ludwig Attersee, Georg Baselitz, Max Beckmann, Jean Charles Blais, Volker Böhringer, Michelle Dizon, Marion Eisele, Florian Germann, David Hockney, Emanuel Mooner, Arnulf Rainer, Dorothea Schulz, Leander Schwazer, Wols

Schon Karl Valentin hat mit Erstaunen festgestellt, dass an jedem Tag genau so viel passiert wie in eine Zeitung passt. Mit dem Internet finden Nachrichten kein Ende mehr, wir sind zugleich zu Sendern und Empfängern geworden. Besonders sogenannte „Hiobsbotschaften“ sind in diesem Alltag so omnipräsent, sie umgeben uns nicht nur, sie beeinflussen unsere Gefühle und unser Verhalten.

In dieser Situation sind gefühlte und reale Hiobsbotschaften nicht mehr voneinander zu unterscheiden, genau so wie es der Medientheoretiker Marshall McLuhan in den 1960er Jahren formuliert hat: „Das Medium ist die Massage“. Dabei will die Ausstellung keine neuen Hiobsbotschaften verbreiten, sondern in künstlerischen Darstellungen von Grenzerfahrungen Trost suchen.

Die internationale Gruppenausstellung verbindet Werke aus der graphischen Sammlung der Stadt Esslingen mit aktuellen künstlerischen Positionen und findet ihre konzeptuelle Grundlage in einem Bühnenbild, dass für die Inszenierung „Hiob“ an der WLB Esslingen von Marion Eisele geschaffen wurde.


Rahmenprogramm
in Kooperation mit der WLB Esslingen

Samstag 22.09. um 11.30 Uhr
Lesung von Tobias Ginsburg: Die Reise ins Reich – Unter Reichsbürgern 

Freitag 28.09. ab 21 Uhr
Stadt der Frauen 

Sonntag 30.09. um 11.30 Uhr
PD Dr. Nader Purnaqcheband: Islam, Grenzen und Identitätshunger

14.10. um 11.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung


Past Projects:

Yaron Guerrero Santos
02.06. – 08.07.2018
Opening 02.06.2018, 19 Uhr

KdeWe freuen sich die erste Einzelausstellung des US-Kolumbianischen Künstlers Yaron Guerrero Santos in Deutschland präsentieren zu dürfen. Yaron Guerrero Santos bezieht mit einer eigens geschaffenen Installation das historische Kellergewölbe der KdeWe. In Gemälden, Skulpturen und animierten Filmen setzt sich der Künstler beispielsweise mit kolonialen Blicken auseinander. Historische, von Europäern stammende Landschaftsmalereien Südamerikas werden zum Malgrund für amerikanisches Fast Food. Dagobert Ducks Geldspeicher ergießt sich durch das Kellergewölbe und ein See in der Galerie spiegelt die Installation ins Unendliche.

KdeWe is delighted to present the first Solo Exhibition of the US-Colombian Artist Yaron Guerrero Santos in Germany. Yaron Guerrero Santos presents a specially created Installation in the Basement Gallery of KdeWe. Combining Painting, Sculpture and Animation towards Questions of Colonialism, where historic european Landscape Paintings of South America become Surfaces for Paintings of american fastfood. Uncle Scrooges Money Bin pours through the basement and a lake mirrors Yaron Guerrero Santos Installation endlessly.

Performance with Lara Salmon (Los Angeles) on 4th of July, 7pm.



Anna Jacobi: Paroli
13.05. – 8.07.2018

Die KdeWe freuen sich die erste Einzelausstellung der Malerin Anna Jacobi präsentieren zu dürfen. Anna Jacobi zeigt ihre neue Serie „Paroli“, die an die Geschichte der abstrakten Malerei und ihrer Verbindung mit Poesie denken lässt.

Tatsächlich nimmt Sprache einen großen Einfluss auf Anna Jacobis bildnerisches Werk. Für den französischen Philosophen Gilles Deleuze war Sprache untrennbar mit dem Sehen und Hören verbunden. Im Sehen und Hören stößt Sprache nach Gilles Deleuze auf ihr eigenes Außen – „ein dem sprachlichen Äußeres“. Gilles Deleuze hat Sprache als ein Stottern verstanden, und zwar nicht als ein Stottern des Sprechens (parole), sondern als ein Stottern der Sprache (langue). Damit hat der Philosoph, entgegen den dominierenden linguistischen Modellen, nach denen Sprache als ein System aus konstanten Verhältnissen definiert wird, Sprache als Prozess interpretiert. In Anna Jacobis Werken scheint die Unmittelbarkeit eines prozesshaften Arbeitens auf, dass sich stotternd, blinzelnd und tastend eine eigene Sprache ermalt. Mit dieser Bildersprache erschafft die Malerei von Anna Jacobi Wälder, Täler und Felder ohne sie beim Namen nennen zu müssen.

Anna Jacobi wurde 1980 in Wiesbaden geboren und hat bei Olav Christopher Jenssen an der HBK Braunschweig als Meisterschülerin abgeschlossen. Anna Jacobis Arbeiten waren unter anderem im Künstlerhaus Dortmund und im Herzog Anton-Ulrich Museum in Braunschweig zu sehen. Die Ausstellung in den KdeWe ist ihre erste Einzelausstellung.

 


On Kawara One Million Years
21.04.2018 Reading of One Million Years
12 – 20 Uhr

“One Million Years” des verstorbenen japanischen Künstlers On Kawara verzeichnet die Daten einer Million Jahre aus der Zukunft, genau so wie der Vergangenheit. Die Bücher umfassen zusammen 20.000 Seiten. 1993 verwandelte Kawara “One Million Years” in eine Performance aus Live-Lesungen. Seither wird die Lesung weltweit fortgesetzt, die Fertigstellung des gesamten Projektes wird auf etwa 100 Jahre eingeschätzt.

Nun kommt diese Performance auch nach Esslingen am Neckar.
Am 21. April wird in der Galerie “KdeWe” immer eine männliche und eine weibliche Person ,abwechselnd in englischer Sprache Datum für Datum vortragen. Die Teilnehmer werden in den Nachlass des Künstlers eingetragen und werden so Teil des Werks.
Mitmachen kann jeder. Lesefreudige schreiben bitte an: info@kdewe.de


Imaginary Interiors
16.12.2017 – 15.04.2018
Laura Schawelka (*1988 Munich), Leander Schwazer (*1982 Vipiteno),
Lu Yang (*1979 Shanghai)

Imaginary Interieurs understands “Interieur” as everything what happens inside.  Body Innards or Wall Papers alike. The show is interested in Appearances of inner worlds and stages the three levels of the gallery as living spaces for animals, glances, meditations, and self-optimizations. Laura Schawelka, Leander Schwazer and Lu Yang use a broad range of media, like (Eye-Tracking) Videos, Photography and Painting bridging exterior and interior worlds.

„Imaginary Interieurs“ sucht nach „imaginären Interieurs“ in den Werken von drei jungen Künstlern. Als „Interieurs“ wird hier wortwörtlich alles verstanden was sich im Inneren abspielt. Das beinhaltet Körperinnereien genau so wie Tapetenmuster. Die Ausstellung spürt Erscheinungen innerer Welten nach, und inszeniert die dreigeschossige Galerie als Wohnräume für Tiere, Blicke, Meditationen und Selbstoptimierungen. Dazu bedienen sich Laura Schawelka, Leander Schwazer und Lu Yang an (Eye-Tracking) Videos, Fotografien und Malereien.

Lu Yang, Delusional Mandala, HD Video 
Lu Yang, Delusional Mandala, HD Video
Leander Schwazer, Sky, 2017, 48 x 62 cm
Installation View
Laura Schawelka, Untitled (Persimmon), 2017
Laura Schawelka, Untitled (Gloves), 50 x 70 cm
Leander Schwazer, Plus Ultra, 2017, 67 x 112,5 cm
Installation View
Leander Schwazer, Navigare necesse est, 2017
Leander Schwazer, Frater, 2017 , 50,5 x 73 
Laura Schawelka, Untitled (Channel Jacket), 2017
Laura Schawelka, Untitled (Armreliquiar des hlg. Georg), 2017, 23 x 50 cm
Installation View
Installation View
Leander Schwazer, Exe.Paint.Itself, 2017, 91,5 x 119 cm

Installation View

Leander Schwazer, Exe.paint.itself (Screenversion), 2017, 33 x 45 cm

Laura Schawelka, Untitled (Wallpaper), 2016
Laura Schawelka, Car Pour Version (1-3), 2016, HD Video 12:48 min
Installation View
Leander Schwazer, Blickfang, HD Video 3:34 min

Leander Schwazer, Occasio 2017, 34,5 x 50 cm
Leander Schwazer, Fortuna, 2017, 34,5 x 50 cm
Installation View
Leander Schwazer, Sandy Island, 2017, 54 x 92 cm
Leander Schwazer, Chinese Junk, 2014
Installation View
Laura Schawelka, Untitled (Basilica di San Nicola), 2017, Diptych each 70 x 50 cm

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Die „Künste der Welt“ werden vom Koch und Sommelier Roland Bieg (Vins et les amis) kulinarisch begleitet. Neben den regulären Öffnungszeiten ist die Galerie an jedem dritten Wochenende im Monat im Rahmen von Veranstaltungen und thematischen Führungen geöffnet. Samstags ab 19 Uhr (bitte reservieren: 0176 31625806) und Sonntags zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet.
Eintritt frei.
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